Mein Buch „Der Weg ins Licht“

Leseprobe Vorwort

„Die Abrechnung“

Rückwärts immer, vorwärts nimmer

Ja, da sitzt er nun, jener einmeterneunziggroße, zweiundfünfzigjährige gutgebaute Mann, mit dem Gesichtspullover und dem vollen, seit zwei Jahren nicht mehr geschnittenen und somit fortlaufend wachsenden grauen langen Haar, welcher nach 35 Jahren „Hamsterrad, Kette, Willkür, Egomanie, Mundtot und Mundrederei“ nunmehr danach giert, die „Mauern zellvergeudenden, selbstzerstörenden täglichen Tatwerks“ einzureißen, um sich noch eines der letzten Stücke der „fast aufgegessenen Lebenstorte unter den Nagel zu reißen“. Ja was war da nicht einmal „früher“ und ist heute…?

Mario Holze | Der Mann aus den Bergen
Der Mann aus den Bergen

Seit „dreizehn“ spielt er Schlagzeug wie ein Berserker, war als Model, damals Dressman (männliche Person – die Herrenkleidung vorführt) für Verlage, Zeitschriften, TV Sendungen und Modenschauen gebucht, hat für fast ein Dutzend Künstler über einhundert Musiktitel geschrieben, im eigenen Studio instrumentiert, arrangiert und produziert. Neben der Leidenschaft Musik, Film und Fotografie möchte er „endlich wieder richtig leben, verreisen, unterwegs sein“ und das an allen Orten, welche er auf dieser schönen Welt, in der begrenzten und enggeschnittenen Zeit, neben dem „verkrusteten Alltag aus Wasser, Chlor und Wahnsinn“, noch so erleben könnte. Ja könnte, wenn da nicht der Job wäre? Früher war er „jung und brauchte das Geld“, heute braucht er nur noch die Zeit. Doch ist er bereit für die absolute Minimalisierung…?

Und da ist es wieder, das eingangs erwähnte „Hamsterrad und die Kette“, fast 35 Jahre „Bademeister mit 24/7 Vollzeitstelle“, ja richtig, Bademeister! Obwohl fachsprachlich oft versucht solch eine Beschäftigung aufzuwerten, hat sich am „Nichtsnutz mit den drei M“ (dem Schwimmmeister) nichts geändert. Mit dem Status jener der völligen Willkür aller ausgesetzten „pfeifenden Gesellschafts-Boxbirne“, welcher es der „gemeine Mob“ gern und zu oft, ordentlich von allen Seiten und über alle Längen, auch an den ewig langen Wochenenden, widerlich heißen Sommer- und Feiertagen, so richtig geben darf“… konnte er sich die letzten Jahre nicht mehr erfüllend arrangieren.

Ein tagfüllendes fades Ausführen von „diktierten Verrichtungen“, neben dem „Sitzen und Gucken“, machen das Hirn zwar kaum noch erforderlich und sind verantwortlich für tiefe Depressionen, Burnout und „einen schönen dicken Ranzen“, schaffen aber eine gewisse Komfortzone und sorgen pünktlich für ein „ausreichendes Schmerzensgeld“.

„Was hat er denn, mhh, der schon wieder, das ist doch alles toll… so die Sondertilger, ewigen Jasager und verheizten armen Kriecher und Bücker, auch die mit dem dicken Ranzen, aus den eigenen Reihen“.

Früher dachte er immer, das Leben geht ewig, für alles ist noch viel und genug Zeit, mache ich morgen, oder übermorgen, nächste Woche, Monat, nächstes Jahr“…?

Aber so ist es nicht, die blöde Uhr läuft, unaufhaltsam und gnadenlos. Einige, welche „im Kreise seiner Zeit zu Hause waren, haben die Augen längst schon zu gemacht“.

Seit ein paar Jahren spürt er es nun, da ist irgendwie und irgendwas anders, eine enorme innere Kraft tritt zu Tage, der Vulkan ist mehr und mehr aktiv, ein Ausbruch steht bevor, das gefangene Tier und dessen eingesperrte Seele befreit sich… „der Weg ins Licht“!

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Mario Holze | Film, Fotografie und Freiheit
Film, Fotografie und Freiheit

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